11. Januar 2026
„Das Ehrenamt wird zum Anker für eine lebenswerte Kommune“
Ökumenischer Gottesdienst und Neujahrsempfang der Pfarrgemeinden
von Benjamin Starke
Traditionell beginnen die katholischen Pfarrgemeinden aus Rauenberg, Rotenberg und Malschenberg sowie die evangelische Paulusgemeinde gemeinsam das neue Jahr mit einem ökumenischen Gottesdienst und anschließendem Neujahrsempfang. Der diesjährige Gottesdienst in der St. Peter und Paul Kirche stand unter der ökumenischen Jahreslosung „Siehe ich mach alles neu!“ (Offenbarung 21,5), ihm standen Gemeindereferentin Bettina Hartnagel und Pfarrerin Sandra Alisch vor.
In ihrer Ansprache griff Alisch die Jahreslosung aus der biblischen Johannes-Offenbarung auf. „Mach alles neu“ sei nicht als Begründung zum Selbstoptimierungstrend unserer Zeit heranzuziehen und auch nicht als Aussage das alles Alte schlecht oder überholt gewesen sei: „Wir müssen dieses Geleitwort vielmehr so verstehen, dass mit und in allem Bisherigen ein Neuanfang durch Gott aufbreche, hin zu mehr Menschlichkeit!“, so die Pfarrerin. Die Kollekte im Gottesdienst wurde zugunsten der ökumenischen Hospizhilfe Wiesloch gesammelt.
Zum sich anschließenden Neujahrsempfang im Pfarrzentrum hatte das katholische Gemeindeteam Rauenberg eingeladen.
Roswitha Schöttler (Pfarrgemeinderatsvorsitzende der bisherigen katholischen Seelsorgeeinheit Letzenberg) schätzte es in ihrer Ansprache besonders das neue Jahr in ökumenischer Verbundenheit und Vergewisserung gemeinsam zu beginnen. In einem Blitzlicht auf das vergangenen Jahr 2025 blickte sie auf die erfolgreiche Generalsanierung des katholischen Kindergartens „Unterm Regenbogen“ in Rauenberg zurück, die ein großer Kraftakt für Pfarrgemeinde, politische Gemeinde, Planungs- und Architekturbüro, Handwerker, Stiftungsräte und Bauausschuss gewesen, aber im geplanten Zeitrahmen von einem Jahr erfolgreich vollendet worden sei. Mit der Fassaden- und Turmsanierung an der Rauenberger Pfarrkirche sei bereits die nächste Großbaustelle eingerichtet worden, wozu der kirchliche Förderverein sich das Spendenziel von 150.000 Euro gesetzt habe.
Im vergangenen Oktober habe die Pfarreiratswahl der neuen katholischen Kirchengemeinde Wiesloch die Pfarrgemeinderäte von bisher vier verschiedenen Seelsorgeeinheiten abgelöst, was zugleich der letzte Baustein vor dem erfolgten Zusammenschluss zum Neujahrstag gewesen sei. „Vieles müsse sich jetzt neu finden und zusammenruckeln“, so Schöttler. Im ersten Halbjahr 2026 seien die Gemeinden aufgerufen sich in Gemeindeversammlungen zu versammeln und neue Gemeindeteam zu bilden, welche das Leben vor Ort auch in Zukunft gestalten.
Roswitha Schöttler dankte allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten in den Gemeinden, im Besonderen den Mitarbeitern in den Kindergärten und den Pfarrsekretärinnen, die täglich die Gemeindegesichter seien; sie dankte auch der politischen Gemeinde und der evangelischen Schwestergemeinde für die gute Zusammenarbeit. „Möge das neue Jahr unter einem guten Stern stehen, den wir erkennen und dem wir bereitwillig folgen“, wünschte Schöttler.
Bürgermeisteramtsverweserin Christiane Hütt-Berger überbrachte die Neujahrsgrüße auch von Bürgermeister Peter Seithel, mit dem sie in ständigem Kontakt stehe. „Es ist schön zu Beginn des Jahres über Konfessionsgrenzen hinweg zusammen zu kommen. Dies macht uns Menschen stark: Gemeinschaft, Zusammenhalt, Menschlichkeit und Begegnung“, zeigte sich Hütt-Berger überzeugt. Auch sie blickte auf die erfolgreiche Kooperation zwischen Kirchengemeinde und Rathaus bei der Sanierung des Kindergartens „Unterm Regenbogen“ zurück und mit einem Augenzwinkern stellte sie fest, dass man auf dem Kirch- und Rathausplatz gerade wieder mit der Fassadensanierung der beiden ortsbildprägenden Gebäude gemeinschaftlich unterwegs sei. „Das ehrenamtliche Engagement in unseren Gemeinden, Vereinen und Gemeinschaften hält unsere Stadt zusammen und mache sie menschlich. Das Ehrenamt in den Kirchengemeinden und der politischen Gemeinde ist Träger der Gremien und wird damit zum Anker für eine lebenswerte Kommune“, so Hütt-Berger abschließend.
Steffen Rotsch, Vorsitzender des Ältestenkreis der evangelischen Paulusgemeinde blickte nachdenklich auf eine von Kriegen, globalen Unsicherheiten, Amtsproblemen auf der Südhalbkugel und Weltklimakriese geprägtes vergangene Jahr zurück. In der Paulusgemeinde sei 2025 jedoch positiv belegt gewesen: Pfarrerin Sandra Alisch sei nach langer Erkrankung seit Ostern wieder zurück im Dienst, mit der Gottesdienstreihe „Paulus unterwegs“ seien viele neue (Gottesdienst-) Orte gemeinschaftliche entdeckt worden und für die Jugendorganisation der Gemeinde „CVJM“ habe man nach vielen Jahren erstmals wieder eine hauptamtliche Mitarbeiterin gewinnen können. Geprägt seien die Ortschaften aber auch vom guten ökumenischen Miteinander mit den katholischen Schwestergemeinden, so habe man den Heiligen Abend in der Rotenberger St. Nikolauskirche feiern dürfen und am 1. Advent ebenda sogar die Neuwahlen zum Ältestenkreis durchgeführt. Diese evangelischen Wahlen bildeten ebenso wie bei den Katholiken die Basis zur Fusion der bisherigen eigenständigen Gemeinden am Neujahrstag zur neuen evangelischen Kirchengemeinde Hochhardt.
Musikalisch gestaltet wurde der Neujahrsempfang von Ute Roth am Klavier.
BeSt